1218-2018: Worpswede feiert 800 Jahre

13.07.2018 Worpswede

Ein historisches Festwochenende steht am 21. und 22. Juli auf dem Programm

Das ganze Jahr über feiert Worpswede seinen runden Geburtstag mit vielen Veranstaltungen

Das Festwochenende findet rund um das Rathaus statt. Zwischen 11 und 18 Uhr werden Vergangenheit und Gegenwart quicklebendig in Szene gesetzt. Living-History-Schausteller von der Agentur Asega, unter der Leitung von Michael Tegge/Berne, stellen die Urkunden-Übergabe nach und präsentieren mit originalgetreuen Vorführungen lokaltypisches Mittelalter-Leben vor dem Rathaus, dazu gehören zum Beispiel die Schreibstube ´Scriptorium´ der Benediktiner-Mönche, die Arbeit des Dorfschmieds mit authentischen, mittelalterlichen Schmiedevorführungen, die Bauernweberei mit Vorführung der bäuerlichen Tuchverarbeitung der Tuch-Färberei und Wolle-Färben. Ein Bogenschießstand und eine Bogenbauwerkstatt, die Herstellung mittelalterlichen, bäuerlichen Schmucks, die Herstellung von Ketten, Knochenschnitzereien, wie Schmuck und Kämme finden Gäste ebenfalls bei den Feierlichkeiten.

Dazu gibt es viele Mitmachaktionen für Groß und Klein sowie eine informative Ausstellung über Hudewaldwirtschaft und Hammefischerei um 1218. Sogar lebendige Wollschweine, wie sie ähnlich im 13. Jahrhundert zur Eichenmast auf dem Worpsweder Weyerberg gehalten wurden, sind mit von der Partie. Ein authentischer, mittelalterlicher Markt mit beispielsweise dem Spielzeugmacher, einer Braterey, der Zinngießerei und vielen weiteren rundet die Vorführungen am Jubiläumswochenende ab.

Worpsweder Institutionen, Vereine und Bürger stellen parallel mit bunten Aktionen das Gemeinschaftsleben der Gegenwart vor. Chor- und Band-Auftritte, kleine Sketche, Walking Acts und plattdeutsche Lieder sowie Döntjes von Findorff´s Erben begleiten das Geschehen. Die Adolphsdorfer Torfschiffer e.V. holen einen Torfkahn auf das Gelände, de Oll‘n Handwarkers zeigen alte Gewerke und Spezialisten für Steinzeit entführen in die Frühgeschichte. Für Speis und Trank ist natürlich auch gesorgt und wer Spaß und Freude am Verkleiden hat, ist in Worpswede an diesem Wochenende richtig und darf sich gern verkleidet unters Volk mischen. Hinein ins historische Gewand und auf zur 800-Jahr-Feier am Fuße des Weyerberges heißt es dann.

800 Jahre Worpswede - Festwochenende 21. und 22. Juli 2018

800 Jahre Worpswede - Festwochenende am 21./22. Juli 2018

Bergfest am 22. Juni 2018 ab 17h

Frühling in der Bergstraße, Worpswede

Flyer

Kurzporträt Worpswede

Worpswede ist eine Gemeinde voller Faszination. Sie zu beschreiben ist fast unmöglich. Ob Einheimischer oder Gast: jeder sieht und erlebt diesen Ort anders. Es gibt viele Versuche, diesen Ort zu erklären, doch ganz gelungen ist dies bisher nicht.

Einige Worte zum Künstlerdorf Worpswede, dem so genannten „Weltdorf“. Es ist geprägt durch den Weyerberg, einem 54,4 m hohen Sandberg, der umgeben ist vom Teufelsmoor mit seinen hohen Himmel und den unendlichen vielfältigen Wolkenbildern sowie den zauberhaften Farben. Den Kern bildete die Bauernreihe mit insgesamt 8 stattlichen Höfen.

Bekannt wurde der Ort durch die Künstler. 1884 kam Fritz Makensen nach Worpswede, ihm folgten Otto Modersohn, Hans am Ende, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler. Sie waren dem Zauber Worpswede erlegen und fingen diesen Zauber in ihren einzigartigen Bildern ein.

Worpswede wurde dadurch bekannt und berühmt. Spater kamen auch die leider viel zu früh verstorbene Paula Modersohn-Becker, der Schriftsteller Rainer Maria Rilke, die BildhauerinClara Westhoff, die spätere Ehefrau Rilkes, hinzu. Danach folgten weitere Künstlergenerationen und prägten Worpswede.Genannt werden muß auch der Architekt Bernhard Hoetger. Er schuf u.a. die Böttchergasse in Bremen, das Cafe Worpswede, das Hoetger-Wohnhaus Hinterm Berg und den Niedersachsenstein auf dem Weyerberg. Fritz Makensen drückte es so aus „Ich habe nie ähnliches gesehen, eine ganz neue Zauberwelt bot sich meinen Augen. Zum erstenmal sah ich das dunkle Moor mit den geschichteten Torfhaufen, die blanken Wassergräben, deren Spiegelungen abgrundtief schienen“ Diesem Zauber nachzuspüren und manchmal ein wenig davon zu entdecken, ist auch heute noch ein großes Erlebnis.

Worpswede und das Teufelsmoor (.. aus: radiobremen, Erstausstrahlung: 24. Nov. 1996/Das Erste)

Worpswede und das Teufelsmoor – zwei Worte, die Sehnsucht auslösen: Nach unendlicher Weite, herb-geheimnisvolle Landschaft und dem Einssein mit der Natur. „Ein grausiges Land in dem ihr da lebt“, fand hingegen der Dichter Rainer Maria Rilke 1900 bei einem seiner ersten Besuche in Worpswede. Doch er kam wieder, und seine Malerfreunde und Gründer der Künstlerkolonie öffneten ihm die Sinne für die Schönheiten des absolut flachen Ackerlandes und der trostlosen sumpfigen Weite des Teufelsmoores – in Bildern voller Farbrausch und Melancholie, mal märchenhaft heiter, mal mystisch-düster. Von dieser romantischen Verklärung zehrt Worpswede heute noch. Der Tourismus ist die wichtigste Einnahmequelle des Ortes. Und an manchen Sommertagen sind die kleinen Straßen so überfüllt, dass die Besucher – auf der Suche nach dem inspirierenden Geist des abgeschiedenen „Weltdorfes“ – am Ende des Tages bestenfalls Gleichgesinnte gefunden haben werden.

WORPSWEDE IST

flaches Land mit Birkenalleen, alten Bauernhäusern,Rosenbüschen und Vogelbeerbäumen. Der Boden teilt sich zwischen roter Erikaheide, die wunderbar duftet, und dem seltsam von Kanälen durchschnittenen Moorland. Worpswede ist berühmt durch die Farbigkeit seiner Luftstimmungen und der Pracht der Wolken.

(Rainer Maria Rilke, 1900)

Weitere Informationen über und um Worpswede finden Sie hier: www.worpswede.de